Solo-Kabarett
FEIGENBLATT drunter und trüber

1979 - 1981

 

Piano: Bernhard Schoch
Musik: Fritz Maldener
Texte: Jürgen Raap
Zeichnungen: Arno Faust
Regie: Joachim Lang
Requisiten: Dittmar Baumann-Graef

 

Solo-Kabarett FEIGENBLATT drunter und trüber

Solo-Kabarett FEIGENBLATT drunter und trüber

 

Interview aus dem Jahr 1979 von Jürgen Raap mit Maria Graef:

     Maria, seit wann stehst Du schon auf den Brettern?
Nun, mit 3 Jahren das erste Mal ...
     Wie kam das?
Was kann denn schon dabei herauskommen, wenn die Mutter Sängerin und der Vater Geiger ist? Ich stamme aus dem Saarland, weißt Du, und da war ich als Schülerin das Maskottchen von St. Ingbert (Bas Kath). In dem Ort war ich bekannt wie "Berliner Bär", "Münchner Kind'l", unter anderem hab ich damals auch den Bundespräsidenten theodor Heuss mit 'nem Gedicht begrüßt."
     Das Theaterleben hat Dich nicht mehr losgelassen?
Oh doch, ich hab erst mal einen sogenannten anständigen Beruf gelernt, Zahnarzthelferin. Und dann fing das mit Kabarett erst mal beim Saarländischen Rundfunk an. Da hab ich mit Regieassistenz meine Brötchen verdient, um die Schauspielschule zu finanzieren. Ja, und dann wollte ich endlich auf die Bretter. Mein Debut hatte ich in Stuttgart mit einer stummen Rolle, ich durfte ein Tablett über die Bühne tragen, aber so haben schließlich auch berühmtere Kollegen angefangen.
     Du hast also von der Pike auf gelernt?
Man kann sagen, ich habe mich wie'n Tellerwäscher da rauf gearbeitet. Ich spiele jetzt seit 11 Jahren am Profi-Theater, habe Kinder- und Jugendtheater, auch modernes, sozialkritisches, aber auch Boulevard- und Volkstheater gespielt.
     Und auf allen Stationen war immer wieder Kabarett?
Hm, komischerweise. - Und dazwischen das Glück, mit guten, renommierten Regisseuren zusammenzuarbeiten, natürlich auch mit weniger bekannten...
     Mit wem denn so?
Och, Käutner, Schweikart, Petersen, Beauvais, und jetzt mit Joachim Lang.
     In Köln hast Du dann Fuß gefasst?
(Nickt) Im Theater am Dom, Kinder- und Jugendstücke, und dann die ungeheure Rolle in "Ein Tag im Sterben von Joe Egg", danach wollte ich was ganz anderes machen...
     Und gingst zu Millowitsch?
Ja! Alle Welt schimpft über das Volkstheater und über volkstümliche Unterhaltung, aber schließlich wurde auch von Kästner behauptet, er sei zu volkstümlich. Nach Millowitsch kam dann Trude Herr, die das moderne Volkstheter vertritt.
     Wie kamst Du dann zum "Feigenblatt"?""
Ach, jeder hat doch so seinen Traum. Und mein Traum war nun mal immer Kabarett. Und zwar das Literarische, das zwar auch politisch ist, aber nicht mit aggressiven lauten Tönen arbeitet, das hat mich immer wieder angezogen. Für mich sind die meisten Probleme nicht zuerst bei der Politik zu suchen, wir müssen doch erst mal das menschliche Zusammenleben bei den Hörnern packen.
      Und dabei bist Du dann auf diese Autoren gestossen?
Genau, ich will mit diesen anfangen, weil deren Texte unheimlich aktuell sind, so als ob sie heute geschrieben wären. Das sind keine olle Kamellen!
     Du willst Dich also nicht in eine Nostalgiewelle reinhängen?
Nee, das ist keine Nostalgie, das ist momentan, jetzt, verstehst Du?
     Und das Team bei dieser Produktion...
Ich wollte mit jungen, unverbrauchten Leuten zusammenarbeiten. Die einzigen, die mitten drin stehen und sozusagen alte Hasen sind, das sind Arno und Fritz, aber beide haben weder das Spontane noch das Jugendliche verloren. Dem Himmel sei es gedankt. Das sind "irre" Kumpels aus frühen Tagen.
     Feigenblatt ist Deine erste eigene Produktion...
Ja, damit will ich mich freiträumen. Ohne Netz und doppelten Boden. Ich hoffe, daß das nicht in die Hose geht.
     Wird so ein Programm subventioniert?
Hä??
     Also dann, Maria, toi, toi, toi!

 

 

Bernhard Schoch
Bernhard Schoch (Foto Theo O. Krath)

Fritz Maldener
Fritz Maldener (Foto Theo O. Krath)

Jürgen Raap
Jürgen Raap (Foto Theo O. Krath)

Arno Faust
Arno Faust ( Foto Theo O. Krath)

Joachim Lang
Joachim Lang (Foto Theo O. Krath)

 

 

Aus dem Archiv:

Programm Stuttgarter Aufführung FEIGENBLATT drunter und trüber
Mitwirkung bei 1. Kabarett-Tage Baden-Württemberg.

 

Zeichnung des Zuschauers W.K. zum Kabarettprogramm Feigenblatt